Der Alltagstest, auch bekannt als Real-Life-Test, ist ein Teil des diagnostischen Prozesses für Personen, die eine geschlechtsangleichende Operation (GaOP) oder eine geschlechtsbestätigende Behandlung in Anspruch nehmen möchten. Er bezieht sich auf die Phase, in der eine Person die Geschlechtsrolle oder Geschlechtspräsentation lebt, die ihrer empfundenen Geschlechtsidentität entspricht, bevor sie eine medizinische Behandlung in Anspruch nimmt.
Während des Alltagstests lebt die Person für eine bestimmte Zeit, die je nach den Anforderungen der beteiligten medizinischen Fachkräfte variieren kann, in der gewünschten Geschlechtsrolle und unterzieht sich möglicherweise einer Psychotherapie oder Beratung, um die Veränderungen zu bewältigen und sich auf die bevorstehende medizinische Behandlung vorzubereiten.
Der Alltagstest dient dazu, sicherzustellen, dass die Entscheidung zur GaOP oder geschlechtsbestätigenden Behandlung gut durchdacht ist und dass die Person in der Lage ist, die mit der Veränderung verbundenen sozialen, emotionalen und praktischen Herausforderungen zu bewältigen. Obwohl der Alltagstest in einigen Ländern noch Teil der medizinischen Standards ist, wird er zunehmend kritisiert und durch einen informierten Konsensansatz oder eine informierte Zustimmung ersetzt, der/die auf evidenzbasierten Praktiken und dem Respekt für die Selbstbestimmung der betroffenen Person basiert.