Homonationalismus ist ein Begriff, der die Verwendung von LGBTQ+-Rechten und -Identitäten zur Förderung nationalistischer oder rassistischer Agenda beschreibt. Homonationalismus bezieht sich auf die Strategie von Regierungen oder politischen Bewegungen, LGBTQ+-Rechte und -Identitäten selektiv zu unterstützen oder zu instrumentalisieren, um ein positives Image zu schaffen oder politische Ziele zu erreichen, während gleichzeitig andere Gruppen marginalisiert oder diskriminiert werden.
Ein Beispiel für Homonationalismus könnte die Verwendung von LGBTQ+-Rechten als Mittel zur Propaganda sein, um das Bild einer bestimmten Nation oder Regierung als progressiv, liberal oder menschenrechtsorientiert zu fördern, während gleichzeitig andere soziale Gruppen, wie z.B. Migranten, Muslime oder ethnische Minderheiten, diskriminiert werden.
Homonationalismus kann auch in der Außenpolitik auftreten, wenn Regierungen LGBTQ+-Rechte als Maßstab für “zivilisierte” oder “westliche” Werte darstellen und diese Werte nutzen, um andere Länder zu kritisieren oder zu sanktionieren, die als “rückständig” oder “nicht-westlich” angesehen werden.
Ein kritischer Aspekt des Homonationalismus besteht darin, dass er dazu verwendet werden kann, um von anderen sozialen Ungerechtigkeiten und Menschenrechtsverletzungen abzulenken oder sie zu rechtfertigen. Indem LGBTQ+-Rechte als Maßstab für den Fortschritt oder die Zivilisation verwendet werden, können nationalistische oder rassistische Agenden vorangetrieben werden, die andere Gruppen marginalisieren oder unterdrücken.
Es ist wichtig zu betonen, dass LGBTQ+-Rechte und -Identitäten nicht dazu dienen sollten, nationalistische oder rassistische Zwecke zu unterstützen. Die LGBTQ+-Bewegung hat historisch gesehen gegen Unterdrückung und Diskriminierung gekämpft, unabhängig von Nationalität, Rasse oder ethnischer Zugehörigkeit, und die Förderung von Gleichberechtigung und Respekt für alle Menschen umfasst die Ablehnung von Homonationalismus und anderen Formen von Ausgrenzung und Diskriminierung.